Neuordnung Regiobuslinien - Nichtbschön, aber auch noch nicht alles verloren

 
 

Der Verkehrsausschuss der Region behandelt nächste Woche die Neuordnung der Umlandlinien der Regiobus. Leider sind die meisten Einwände aus Springe hierbei nicht berücksichtigt worden. Dies ist insbesondere für Nutzer aus Eldagsen, Gestorf, Bennigsen und Lüdersen in Bezug auf die Linie 360 nicht schön. Denn gerade diese Linie ist für viele ein Notnagel, wenn wieder einmal S-Bahnen ausfallen oder - wie in letzter Zeit oft - starke Verspätungen (20 Minuten und mehr) haben.

 

Vor diesem Hintergrund bedauere ich, dass dem aus meiner Sicht qualitativ schwachen und ausgesprochen banalen Gutachten gefolgt wird. Gleichwohl seien an dieser Stelle auch noch einige erklärende Aspekte angeführt.

  1. Wollen wir Regiobus mit seinen Leistungen erhalten, müssen wir Sparanstrengungen vornehmen. Es geht nicht darum, Gewinne zu erzielen. Aber es geht sehr wohl darum, dass wir auch einen auf Dauer finanzierbaren ÖPNV haben. Dies hätte man allerdings aus meiner Sicht intelligenter machen müssen. Die Umsetzung des Gutachten eignet sich aus meiner Sicht nicht für die Erreichung dieses Zieles.
  2. Im Gegensatz zu den Ausführungen von Bürgermeister Springfeld in der heutigen Presse, ist der von der SPD in Verbindung mit der CDU eingebrachte Vorschlag zur Neuordnung der Linien in Springe nur deshalb nicht eingeflossen, weil er zu umfänglich war. Er wird im Detail geprüft, so dass er Mitte nächsten Jahres beraten werden kann. Hier besteht also noch Hoffnung, dass sich auf Dauer bis 2020 intelligente Lösungen durchsetzen. Hierfür werde ich mich in meiner Regionsfraktion einsetzen.
  3. Die Regionsfraktionen von SPD und CDU sind sich der gesamten Problematik - vor allem in den Randgebieten der Region - bewusst und haben einen umfangreichen Prüfauftrag in die Diskussion eingebracht. Dieser sieht die Einführung ergänzender, flexibler Angebote vor, so dass die schlimmsten Auswirkungen abgemindert werden. Auch hierzu wird in kürze beraten und ich gehe davon aus, dass dieser Auftrag erteilt wird.
  4. Durch Nutzung der in Frage stehenden Linien kann man im übrigen auch eine neue Datenbasis schaffen, die nach 2020 zu einer Neubewertung führen kann.

In der Summe kann man damit festhalten. Die aktuelle Beschlussfassung ist aus Springer Sicht nicht gut und zu verurteilen, zumal sie auf einer schwachen Gutachtenbasis beruht. Es ist aber auch noch nicht alles verloren, da das umfassende Konzept von Detlev Herzig noch geprüft wird und eventuell neue flexible Angebote erarbeitet werden.

Eine Bemerkung sei mir am Ende gestattet. Wer von der Region zu Recht Attraktivität auch in den Randgebieten einfordert, sollte dies aber auch bei seinen eigenen Entscheidungsvorschlägen berücksichtigen und nicht - wie in der Haushaltseinbringung passiert - Leistungen in Ortsteilen in Frage stellen. Man kommt sonst schnell zum dem alten Spruch mit dem Glashaus.

 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Selbstverständlich beachten wir die Vorschriften des Datenschutzes.
Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.