Klinikanbindung nach Gehrden: Region setzt auf verlässliche Verbindung statt rechtlich unmöglichem Rufbus
Die Diskussion um die Erreichbarkeit des KRH-Klinikums in Gehrden für Bürgerinnen und Bürger aus Springe wird aktuell erneut geführt. Hintergrund ist eine Anfrage der FDP-Regionsfraktion, den On-Demand-Rufbus „Sprinti“ für Fahrten zwischen Springe und Gehrden freizugeben.
Der Landtags- und Regionsabgeordnete Brian Baatzsch weist darauf hin, dass genau für dieses Problem bereits eine Lösung beschlossen und umgesetzt wurde: die Verlängerung der "sprintH-Linie“ (Buslinie) 500 bis zum Bahnhof Weetzen und damit die direkte Anbindung des Klinikstandorts an den S-Bahn-Knoten.
„Wir haben jahrelang nach einer realistischen Lösung gesucht. Ein Rufbus klingt zunächst einfach, ist aber rechtlich und systematisch gar nicht dafür vorgesehen. Deshalb haben wir uns für eine echte, dauerhafte und verlässliche, ÖPNV-Verbindung entschieden.“
Mit der beschlossenen Linienverlängerung entsteht kein einzelner Direktbus, sondern ein stabiler Umsteigepunkt zwischen Bus und Schiene. Das Krankenhaus Gehrden ist damit regelmäßig an den S-Bahn-Verkehr angebunden und unabhängig von Einzelverbindungen erreichbar. Ziel war es, die Erreichbarkeit strukturell zu sichern und nicht von Sonderlösungen abhängig zu machen.
Die Maßnahme wurde im Dezember 2024 von der Regionsversammlung als dreijähriger Verkehrsversuch beschlossen. Gleichzeitig wurde das Liniennetz angepasst, sodass parallele Verkehre reduziert und Kapazitäten gebündelt werden konnten.
„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und der entscheidende Unterschied ist, dass nicht eine zusätzliche Fahrt geschaffen wurde, sondern eine Infrastruktur. Das Krankenhaus ist heute dauerhaft an den Bahnhof Weetzen angebunden im regelmäßigen Takt von bis zu 10 Minuten.“
Baatzsch betont, dass die emotionale Bedeutung des Themas für viele Menschen in Springe nachvollziehbar sei. Gerade deshalb sei bewusst ein Ansatz gewählt worden, der langfristig funktioniert kann.
„Mir ist wichtig, dass wir ehrlich bleiben. Der Sprinti kann diese Verbindung gar nicht leisten. Statt weiter darüber zu diskutieren, haben wir eine bessere Lösung umgesetzt. Gehrden ist angebunden. Stabil und planbar. Wichtig ist nun aber auch unser Mitbürgerinnen und Mitbürger das Angebot nutzen.“
Die neue Verbindung sorgt dafür, dass Fahrgäste aus Springe das Klinikum zuverlässig über die S-Bahn-Achse erreichen können. Besonders für regelmäßige Termine oder Besuche entsteht dadurch eine planbare Reisekette mit festen Anschlüssen. Das Krankenhaus ist nach jahrelangen Ringen endlich unkompliziert von Springe erreichbar.